Küllü Köyü | Das Dorf |
Die Moschee |
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Das Dorf KüllüErste Informationen über das Geisterdorf Küllü in Zentral-Anatolien erhielt ich von meinen Freunden in Avanos. Unser Vorhaben, den Ort zu besuchen, zerschlug sich jedoch und erst als ich mich in diesem Jahr erneut in Avanos aufhielt, kam der Gedanke daran wieder auf. Bei einem Besuch im örtlichen Tourismusbüro erkundigte ich mich nach dem Dorf. Der Mitarbeiter gab mir eine Straßenkarte für diese Gegend, auf der Küllü jedoch nicht zu finden war. Eine Internetsuche führte mich schließlich auf die richtige Spur und der Entschluss stand fest, mich auf die Reise dorthin zu begeben. Ein Freund, der in Mustafapasa (Sinasos) lebt, begleitete mich. Obschon seit Jahren in Kappadokien ansässig, wusste auch er nichts von der Existenz dieses Dorfes. Aus dem Internet: "Das Dorf Küllü befindet sich westlich von der Stadt Kayseri. Das am Fluss Kizilirmak gelegene Dorf ist berühmt für den Anbau von Auberginen und Bohnen. Der Überlieferung nach wurde der Ort wegen Hochwassers zum "Naturkatastrophengebiet" erklärt und im Jahre 1975 an seinen heutigen Ort verlegt." Eine andere Quelle besagt: "Obwohl es keine genauen Informationen gibt, wird angenommen, dass im Jahre 1071 mit Ankunft der ersten Türken in Anatolien sich die erste turkmenische Sippe in dieser Gegend niedergelassen hat." Es seien immer noch mehrere Höhlen in diesem Dorf vorhanden. Und: "Man geht davon aus, dass sich die ersten Bewohner des Dorfes zunächst in den am Eingang des Ortes gelegenen Höhlen niedergelassen haben. Später, als zum Bau von Häusern übergegangen wurde, wurden die Höhlen als Vorratskammern und Lagerräume benutzt." Eine weitere interessante Aussage: "Bis zu diesem Zeitpunkt wird angenommen, dass die vorherigen Anwohner dieses Dorfes Griechen waren." Ausgehend von der Annahme, dass sich die ersten Türken im Jahre 1071 in Anatolien ansiedelten, erscheint diese Version der Geschichte als recht wahrscheinlich. Auch die heutigen Dorfbewohner gehen davon aus, dass die Geschichte ihres Dorfes viele Jahrhunderte zurückgeht. Vermutlich zu Recht, da Küllü unweit einer wichtigen Karawanserei namens Sarihan (Saruhan) an der Seidenstraße liegt. Der Gedanke, dass sich entlang dieser Strecke Dörfer angesiedelt haben, liegt nahe. Meine Internetrecherche ergab ferner: "Die einzigen dokumentierten Informationen über das Dorf Küllü datieren zurück ins Jahr 1834 und befinden sich in der Handelskammer in Kayseri. Dort wurde über die Steuerzahler des Dorfes Buch geführt. Den Eintragungen nach lautete der Name des Dorfes Güllü. Es werden 24 Personen aufgeführt, die Steuern für ihrem Grundbesitz gezahlt haben. Das amtliche Papier wurde im Jahre 1834 vom Finanzbeamten Mehmet Izzet Bey ausgefertigt. Die Abgaben wurden vom Provinzhalter in Kayseri für das Osmanische Reich als Grundbesitzsteuer deklariert." Viele Dörfer in meinem Land teilen dieses oder ähnliche Schicksale und sind von der Landkarte verschwunden. Die Frage jedoch bleibt: Der Überlieferung nach existieren diese Dörfer seit Jahrhunderten - das Dorf Küllü (Güllü) seit über 900 Jahren. Wie erklärt es sich, dass es so wenige Überlieferungen zu dem Dorf und seiner Geschichte gibt? Das einzige Gebäude, was wir einigermaßen unversehrt vorgefunden haben, ist das der Moschee. Vielleicht blieb es deswegen erhalten, weil es in eine Steinhöhle eingelassen ist. Jedoch existieren keinerlei Informationen über das Gebäude. Ausgehend davon, dass sich die ersten Türken im Jahre 1071 dort niedergelassen haben und die Bevölkerung zuvor griechischer Abstammung war, liegt die Vermutung nahe, dass diese Moschee ehemals als Kirche gedient haben könnte. Mehmet Ünal, 2009[ « back ] |
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